Soest ist nur…
…ein paar Kilometer von Bad Sassendorf entfernt und bot sich für einen Ausflug an. Bisher hatte ich diese schöne Stadt nur flüchtig wahrgenommen, als ich einen Arbeitskollegen dort auf dem Weg nach Hamburg abgeholt hatte.
An diesem Tag hatte der Kollege schon andere Termine, so daß wir ohne Insider-Informationen durch die Stadt gewandert sind. Genau genommen sind wird erst einmal auf dem Wall — dessen Ursprung bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht — um den Stadtkern herum gewandert. Der umschließt auch heute noch gut drei Viertel der Innenstadt.
Nachdem der Wall seine militärische Bedeutung verloren hatte, wurde er bepflanzt. Heute hat er fast einen parkartigen Charakter und lädt zu einem Spaziergang ein. Der historische Stadtkern blickt auf eine lange Geschichte zurück, zum Teil bis in das 10. und 11. Jahrhundert. Die meisten der heute sichtbaren Fachwerkhäuser und Herrenhäuser stammen aus der Blütezeit der Stadt bis zum Ende des 15. Jahrhunderts.
Uns hat die Stadt sehr gut gefallen. Natürlich konnten wir bei dem kurzen Besuch im übertragenen Sinne nur die oberste Schicht des Lacks ankratzen. Es gibt ganz sicher noch eine Menge mehr zu entdecken.
Um ausnahmsweise kurz technisch zu werden, möchte ich nochmal eine Lanze für das verwendete Objektiv Nikkor Z 24–200mm f4–6.3 VR brechen. Die technischen Daten reißen im ersten Moment sicher keinen vom Hocker und dennoch ist es (gekauft für eine London-Reise) für mich nicht nur eine Notlösung, sondern das optimale Werkzeug, wenn es um die Flexibilität der Brennweite und trotzdem sehr guter Abbildungsleistung geht. Die Bildqualität ist deutlich besser, als ich es von einem Objektiv mit diesem Brennweitenbereich erwartet hatte. Hier ist eine deutliche Steigerung zu vergleichbaren Objektiven aus der jüngeren Vergangenheit zu erkennen. Die So ist z.B. die Schärfe der Bilder ist sehr gut. Wenn man ehrlich ist, sind die Unterschiede zu teureren Objektiven nur im direkten Vergleich und bei Vergrößerung zu erkennen. Bei meinen Anwendungsbereichen des Objektivs — Landschafts- und Stadtfotografie — spielt die Offenblende von f/4 bis f/6.3 keine entscheidende Rolle, da ich hier ohnehin meistens mit einer Blende von f/8 bis f/13 fotografiere. Das gilt dann natürlich nur noch bedingt bei wenig vorhandenem Licht. Allerdings bieten die modernen Sensoren soviel Potential, dass es auch kein größeres Problem mit hohen ISO Werten zu fotografieren. Ich habe meistens noch eine Lichtstarke Festbrennweite dabei, die ich dann Nachts oder in dunklen Räumen nutze.
Die Lichtstarken Objektive mit einer in allen Brennweiten maximalen Blendenöffnung von f/2.8 kann es dennoch nicht in allen Situationen ersetzen. Gerade bei wenig vorhandenem Licht und vor allem, wenn man die Freistellung bei Offenblende kreativ nutzen möchte, sind die 2,8er überlegen, oder ermöglichen erst das den gewünschten Look.